projekte

BerlinDemoIMG_1125_2Die praktische Medienarbeit erfolgt meist in Form von kurz- oder langfristigen Projekten von mpz-Arbeitsgruppen oder einzelner mpz-MitarbeiterInnen. Hier ein Beispiel zum Widerstand gegen Fracking (Bsp: Film zur Demo in Saal)
Einige Beispiele aus der Projektpraxis – konkrete Medienprojekte, erschienene Publikationen und Informationen / Dokumentationen von Ausstellungen veranschaulichen die vielseitige und facettenreiche Medienarbeit des mpz:

Umwelt
Mit der Umwelt- und Anti-Akw-Bewegung Mitte der 1970er Jahre enstanden im mpz eine Reihe von Videofilmen, die eine große Verbreitung fanden. Die Brokdorf- und Gorlebenfilme dokumentieren die damaligen Proteste gegen Atomkraftwerke sowie die Diffamierung und Einschüchterung der Atomkraftwerkgegner durch Medien und polizeiliche Gewalt.

Mehrere Videofilme beschreiben die langfristigen Folgen der Industrieansiedlung im Unterelberaum. In Zusammenarbeit mit Fischern aus  Altenwerder entstand eine Videoprojekt über die Arbeit der letzten Elbfischer. In Zusammen mit der Initiative „Rettet die Elbe“ wurden die Veranstaltungen und Aktionen von Umweltaktivisten auf einer Fahrt mit Kuttern und Segelbooten von Gorleben bis Cuxhaven mit Video dokumentiert.

Auch entstand „Segeln und Kegeln – Eine Reise zu den Heiligen am Damm“. Gezeigt wird eine Kunstaktion während des G8-Gipfels in Heiligendamm. Auf Einladung der „Gesellschaft für Operative Kunst“ versammelten sich Künstler auf einem gecharterten Segelschiff und führten verschiedene Kunstaktionen durch.

Das Projekt „Hof Dannwisch“ dokumentiert die Umstellung eines herkömmlichen  Landwirtschaftsbetriebes auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, thematisiert die Rückschläge und die Erfolge beim Weg vom Familienbetrieb zur gemeinsamen Bewirtschaftung des Hofes durch eine Betriebsgemeinschaft bis hin zur Übereignung an einen gemeinnützigen Verein.

Arbeitswelt
Der Bereich Arbeitswelt gehörte schon früh zu einem Arbeits- und Projektschwerpunkt im mpz. 1974 und 1975 entstanden in Zusammenarbeit mit Betriebs- und Gewerkschaftsgruppen Videodokumentationen über die Arbeits- und Tarifkämpfe im Öffentlichen Dienst, bei der Post und im Hamburger Hafen. Anläßlich des Hamburger Hafenarbeiterstreiks 1978 entstand die Hafengruppe im mpz, die über viele Jahre hinweg in Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen aus dem Hamburger Hafen und der PIS-Gruppe (Nein zu Personalinformationssystemen) zahlreiche Videofilme, Austellungen und Broschüren herstellte, politische und kulturelle Veranstaltungen organisierte – zu aktuellen und historischen Arbeitskonflikten in Hamburg, zur Werftbesetzung bei HDW, zu den Arbeitsbedingungen im Hafen und zur Einführung Neuer Technologien in der Arbeitswelt.

„Der andere Hafen – Arbeit und Alltag im und rund um den Hafen Hamburg“- so lautete das Motto eines Kulturwettbewerbs und einer Ausstellung, die das mpz in Zusammenarbeit mit der „Alternative“ – eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen aus dem Hafen – 1989 im Rahmen des 800. Hafengeburtstages in der Speicherstadt organisiert hatte. Diskussionsveranstaltungen, Videofilmvorführungen und Ausstellungsführungen ergänzten die Ausstellung. Über das Projekt wurde eine ausführliche Fotodokumentation erstellt.

Anläßlich einer Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Barmbek zum Thema „Heidenreich & Harbeck – Aufstieg und Fall einer Barmbeker Werkzeugmaschinenfabrik“ bildete sich im Mai 2000 eine Gruppe von Kollegen und Kolleginnen aus verschiedenen Hamburger Metallbetrieben, um die bei der Veranstaltung aufgeworfenen Fragen weiter zu verfolgen. Als erstes gemeinsames Projekt hatte sich die Gruppe – zusammen mit Mitarbeitern der Geschichtswerkstatt Barmbek und des mpz – die Herstellung eines Videofilms vorgenommen, mit dem Ziel, die eigene Geschichte – die eigenen Erfahrungen und Erlebnisse im Arbeitsleben und in der gewerkschaftlichen Arbeit aufzuarbeiten und anderen zugänglich zu machen.  Zahlreiche Interviews mit Kollegen und Kolleginnen aus Hamburger Metallbetrieben wurden mit Video aufgezeichnet, historische Fotos und Filme zum Thema gesichtet, Dokumente gesammelt und gemeinsame Ausflüge organisiert. Aus den über 100 Stunden Videomaterial sind inzwischen fünf Videofilme entstanden, die bei verschiedenen Veranstaltungen gezeigt wurden.

Frauen
Seit Ende 2014 gibt es nach Jahren wieder eine Frauengruppe im mpz. Wir diskutieren Themen anhand von Filmen aus unserem Archiv und erarbeiten Veranstaltungen im Rahmen des mpz-salons. Zur Zeit arbeiten 2 von uns an einem Film zu 20 Jahren Arbeit und Erfahrungen der FrauenGeschichtsWerkstatt im Industriemuseum Elmshorn (zusammen mit der FrauenGeschichtsWerkstatt).
In der letzten Zeit entstand ein Film zusammen mit der FrauenFreiluftGalerie Hamburg über die Entstehung eines Wandbildes am Hamburger Hafen.

mpzFrauengruppe31Vor Jahren gab es über eine lange Zeit ebenfalls eine Frauengruppe. Zu deren Aktivitäten gehörten – neben der Arbeit in der Frauengruppe und einem Frauentagesdienst – verschiedene eigene Videofilme (z.B. zum Thema § 218, über das Frauenprojekt BAFF u.a.) sowie Veranstaltungen auf mehreren Hamburger Frauenwochen. Lange Zeit standen die Organisierung von Filmreihen im Mittelpunkt, die  in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Frauen im Museum der Arbeit und von einer Frauengruppe im mpz durchgeführt wurden.

Kindheit/Jugend, Ausbildung
Medienpädagogische Projekte mit Kindern und Jugendlichen bildeten in der ersten Zeit einen der Schwerpunkte im mpz. Anfangs waren viele mpz-ler*innen angehende Lehrer*nnen. Im Rahmen von Unterrichtseinheiten und Projektwochen entstanden mehrere medienpraktische Projekte, bei denen Schüler*innen das Medium Video zur Herstellung von Informationssendungen/Schulwochenschauen einsetzten. Mehrere Videofilme thematisierten die schulpolitischen Auseinandersetzungen um die Gesamtschule,  Lehrerarbeitslosigkeit und die Einführung von Computern im Schulbereich.
In den letzten Jahren begleiteten wir mehrere Zeitzeugenprojekte, in denen sich Schülerinnen und Schüler mit Verfolgung und Widerstand während der NS-Diktatur auseinandersetzten.
Im außerschulischen Bereich initierten wir in Jugendinitiativen/Jugendzentren die Bildung von Mediengruppen, die die Forderungen nach Finanzierung von Räumen und einer selbstbestimmten Jugendarbeit im Stadtteil dokumentierten und filmisch unterstützten. In Zusammenarbeit mit der Elterninitiative „Kinderhaus Heinrichstraße“ entstanden mehrere Projekte, die die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative beim Aufbau einer alternativen Kindertagesstätte und die pädagogische Arbeit der ErzieherInnen mit  den Kindern unterstützten.

Stadtteil
Das Spektrum der mpz-Projekte im Bereich Stadtteil reicht von kurzen Berichten über die Arbeit von Mieter- und Stadtteilinitiativen, über längere Dokumentationen von Haus- und Wohnungsbesetzungen, bis hin zu geschichtlich orientierten Stadtteilerkundungen.
Im Laufe der Auseinandersetzungen um die besetzten Häuser in der Hafenstraße entstanden zum Beispiel in den 1980er/90er Jahren zusammen mit den dortigen Bewohner*innen insgesamt sieben Videofilme, die die Geschichte des Konfliktes, den Lebensalltag und Widerstand der Hafenstraße-BewohnerInnen dokumentieren.
Gemeinsam mit dem St. Pauli Fußballfanclub „Millerntor Roar!“ entstand 1991 ein Videofilm, der das gesellschaftliche Massenphänomen „Fußball“ mit all seinen Begleiterscheinungen (Profisport, Gewalt, Rassismus) sowie das Besondere des Fußballvereins FC St. Pauli und seiner Fans zum Thema machte.
Im Februar 1999 fand in Hamburg ein Aktionstag gegen Rassismus, Sicherheitswahn und staatliche Drogenpolitik statt. In diesem Zusammenhang entstand in Zusammenarbeit mit der Filmgruppe des Vorbereitungskreises und der Gruppe Demontage ein Videofilm („Kippt das Schanzenviertel“), der die Aktionen und die Entwicklung im Schanzenviertel in den späten 1990er Jahren dokumentiert.
In jüngerer Zeit entstanden in Kooperation mit Hamburger Geschichtswerkstätten mehrere Videofilme zur Stadtteilgeschichte, insbesondere in Hamburg-Barmbek.

Soziales
Im Rahmen eines Medienprojektes mit Obdachlosen und Sozialarbeitern entstanden Ende der 1970er Jahre mehrere Videofilme zum Thema Obdachlosigkeit. In Zusammenarbeit mit dem „Stay Alive Drob-In“ in St. Pauli entstand 1992 ein Videofilm zum Thema Drogenkonsum, in dem Drogenabhängige ihre Situation schildern, MitarbeiterInnen von Drogeneinrichtungen zu Wort kommen und die Arbeit einer Schweizer Fixerstube in Basel vorgestellt wird.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Nachbarschaftsinitiative Lippmannstraße in Hamburg entstand 1995 ein Videofilm über eine öffentliche Begehung des Schanzenviertels, bei der die Initiative auf die allgegenwärtige Präsenz von Barrieren für Rollstuhlfahrer*innen, alte Menschen und Menschen mit Kinderwagen hinwies und sich für ein Zusammenleben ohne Ausgrenzung einsetzte.

Internationales
Die Organisierung, Übersetzung und Verbreitung von Videofilmen aus anderen Ländern, insbesondere aus Lateinamerika (Nicaragua, El Salvador, Kuba) entwickelte sich seit den 1980er Jahren ebenfalls zu einem Projektschwerpunkt im mpz.
In Kooperation mit dem Medien- und Dokumentationszentrum EL Salvador entstanden auch eigene  Videofilme, die die Erfahrungen der Menschen mit Krieg und Repression in diesen Ländern schildern, aber auch Ansätze und Perspektiven des Widerstandes aufzeigen, z.B. im Rahmen von Befreiungsbewegungen und in Form von Basisorganisationen.
Anläßlich der geplanten Auslieferung des spanischen Staatsbürgers Benjamin Ramos Vega, der 1995 in Berlin festgenommen worden war, weil er in Spanien wegen Unterstützung der baskischen Befreiungsorganisation ETA angeklagt wurde, entstand ein Videofilm, der die Hintergründe und den Fall von Benjamin Ramos Vega dokumentierte.