Cadmium bringt Aale um oder Die Elbfischer merken’s zuerst

im Rahmen der Filmreihe politische Medienarbeit 1973 bis 2023
immer ehrenamtlich, finanziert durch Mitgliedsbeiträge und Spenden


Mittwoch 18.Oktober 19 Uhr
auf dem Motorschiff Stubnitz
Kirchenpauerkai 29, an U+S-Bahn Elbbrücken
Im anschließenden Gespräch:
Filmemacher Hans-Jörg Heinrich, Michael Günther, Rechtsanwalt, Rettet die Elbe

Cadmium bringt Aale um oder die Elbfischer merken’s zuerst
mpz (Jutta Hercher, Hans-Jörg Heinrich u.a.) und Michael Rabe 1980  / 70 Min. / s/w / 4:3

Die Unterelbe – einst einer der fischreichsten Flüsse Europas, wurde in den 1970er Jahren zum Industrierevier ausgebaut. Um 1920 fanden mehr als 1.200 hauptberufliche Fischer auf der Elbe ihr Auskommen. Anfang der 80er Jahre war es nur noch einige wenige.

Der Film begleitet Heinz Oestmann auf einer Fahrt mit seinem Kutter „Nordstern“ auf der Unterelbe Richtung Nordsee. Entlang der Elbufer, vor allem in Stade und Brunsbüttel, sieht man die gigantische Industrieanlagen der Chemie- und Aluminiumkonzerne und die Atomkraftwerke. Allein der Chemiegigant Bayer in Brunsbüttel pumpte 75.000 Kubikmeter pro Stunde mit Giftstoffen versetzt und um zehn Grad erwärmtes Wasser zurück in die Elbe. Das AKW Brunsbüttel saugte mit dem Kühlwasser täglich mehr Fische an, als die restlichen Elbfischer zusammen fingen. An ihrem traditionellen Fangplatz vor dem AKW erklärte Heinz Oestmann, was mit den wenigen Fischen passierte, die im Fluss überlebten, Deformationen und Geschwüre waren die Folge.

Der Film schildert den Beruf des Elbfischers, die Reparaturen am Kutter, das Flicken der Netze. Ende der 1970er Jahre kämpften die letzten Elbfischer um ihre Existenz. Mit ihren Kuttern blockierten sie die Elbe und machten so auf ihre Probleme aufmerksam. Zusammen mit dem Verein „Rettet die Elbe“ veranstalteten sie 1979 das erste „Altenwerder Fischerfest“, zu dem Tausende Besucher aus Hamburg und Umgebung kamen. Heinz Oestmann war der letzte Bewohner des historischen Fischerdorfes Altenwerder, das er 1998 endgültig verlassen musste, weil es der Hafenerweiterung zum Opfer fiel. Im Film erzählt er von seiner Kindheit hinterm Deich.

Täglich erlebte Oestmann, welche Folgen die rücksichtslose Industrialisierung der Unterelbe für die Natur und für seine Arbeit hatte. Der Film zeigt das Porträt des un-beugsamen Fischers aus Altenwerder.


Eintritt: 10 € ermässigt 8€  Ticket Shop  MS Stubnitz e.V.

Informationen zu unseren Veranstaltungen: Wir informieren und laden gerne zu unseren aktuellen mpz-Veranstaltungen per eMail ein. Wer in den eMail-Verteiler will, sende bitte eine entsprechende eMail an uns: info@mpz-hamburg.de

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Filmreihe Politische Medienarbeit 1973 bis 2023

Filmreihe vom 18.10. bis 21.11.23 mit 11 Veranstaltungen an verschiedenen Orten.
Am 2.12.23 gibt es ab 16 Uhr ein Abschluß-Fest in der Roten Flora, organisiert vom Archiv der sozialen Bewegungen und uns. Mit Ausstellungen zu 50 Jahren mpz-Arbeit, Essen und Trinken in der VoKü, Vorstellung unserer Medienarbeit mit Filmausschnitten aus 50 Jahren und ab 20 Uhr: Tanz, das fsk (Freies Sender Kombinat) legt auf.
Ruhestörung
1973 gründeten wir das mpz, um mit dem noch neuen Medium Video gesellschaftspolitische Konflikte aufzugreifen und Initiativen zu unterstützen, um öffentlich zu machen, was die etablierten Medien nicht brachten. Seither arbeiten wir ehrenamtlich und mit finanzieller und aktiver Unterstützung vieler Menschen.
Aufbruch
50 Jahre Zusammenarbeit mit sozialen Bewegungen(Frauengruppen, Jugendzentrums-Ini-tiativen), den damaligen Bürgerinitiativbewegungen (Miet- und Umweltinitiativen, Anti-Atombewegung) und der oppositionellen Gewerkschaftsbewegung folgten. Filme über deren Erfahrungen und Kämpfe aus ihrer eigenen Perspektive wurden gemacht und verbreitet.
Blickwechsel
Unser Archiv ist ein Gedächtnis von Kämpfen und Auseinandersetzungen in Hamburg.

Grund für uns, einige Beispiele unserer Arbeit in dieser Filmreihe zu zeigen. Nach jeder Vorführung gibt es Gelegenheit zum Gespräch mit den Filmemacher*innen.

Hier Flyer mit dem Programm der Filmreihe herunterladen

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Aus gegebenem Anlass: ‚GasLand‘

Dokumentarfilm von Josh Fox 2010, 104 Min

mpz-salon:
Mittwoch, 28. Juni 2023, 19:30
im mpz
Im anschließenden Gespräch:
Norbert Pralow vom Klimabündnis gegen LNG

9 Jahre ist es her, dass die mit erheblichen Umweltrisiken verbundene Gasförderung durch Fracking (Hydraulic Fracturing) in Deutschland am Widerstand der Bevölkerung gescheitert ist.
Jetzt  erleben wir eine Neuauflage. Nachdem die Fracking Industrie in den USA in den letzten Jahren stagnierte, erlebt sie nun einen neuen Aufschwung. In den USA durch Fracking gewonnenes Gas wird verflüssigt, in Schiffen zu uns transportiert und über LNG-Terminals (LiquefiedNaturalGas) entladen.

Der Film Gasland zeigt die Folgen dieser Gasgewinnung. Der Regisseur suchte die vom neuen Gasboom betroffenen Landsleute auf und sprach mit Wissenschaftlern, Politikern und Vertretern der Gasindustrie. Verschmutzung der Luft, der Wasserwege, des Grundwassers, chronische Gesundheitsprobleme, Tiersterben sind Folgen dieser umstrittenen Technik der Rohstoffgewinnung. Sie führt zu einer weiteren Umweltkatastophe.

Das Gas, das wir importieren geht auf Kosten der Umwelt in den USA und macht diese gefährliche Gewinnungsmethode wieder hoffähig. Darüber hinaus ist es eine Frage der Zeit bis die Gaslobby auch bei uns wieder aktiv wird.

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Arbeiterbewegung in Brasilien: Häfen, Logistik und Transport

Mittwoch 31.05.2023
19:00 im im mpz-Hamburg
Sternstaße 4

Gespräch mit Marcelo Schmidt – Gewerkschaft CONTTMAF

In den letzten Jahren hat es in der Logistik und im Transport in Brasilien eine Reihe massiver Mobilisierungen gegeben, nicht zuletzt den Streik der LKW-Fahrer gegen die Regierung von Michel Temer, der 2018 das Land lahmgelegt hat. Innerhalb weniger Tage führte er nicht nur zur Schließung von Universitäten und zu leeren Supermarktregalen, sondern auch zur Einstellung des Flugverkehrs, da auch die Beschäftigten der staatlichen Erdölfirma Petrobras ihren eigenen Streik ausriefen und der Kraftstoff knapp wurde.
Auch im Streik gegen die Rentenreform von Jair Bolsonaro 2019 spielten Beschäftigte des Transportsektors als organisierte Macht eine zentrale Rolle. Im März 2020 wurde in Brasiliens größtem Hafen ein Streik von über 5000 Hafenarbeitern gegen die Arbeitsbedingungen kurzfristig aufgrund einer möglichen Verschlimmerung der Coronapandemie abgesagt.

  • Welche Rolle hat der Transport- und Verkehrssektor in den Auseinandersetzungen mit der Regierung?
  • Welche Forderungen jenseits von Lohnforderungen erheben die Bewegungen?
  • Welche Stärke können die Bewegungen in den industriell weniger entwickelten Landesteilen Brasiliens entwickeln?
  • Welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit, welche Möglichkeiten gemeinsamer Bildungsarbeit bestehen zwischen Beschäftigten in Brasilien und der BRD?

Diese und weitere Fragen wollen wir mit Marcelo Schmidt diskutieren. Marcelo Schmidt arbeitet für die brasilianische Gewerkschaft CONTTMAF (Confederação Nacional dos Trabalhadores em Transportes Aquaviários e Aéreos, na Pesca e nos Portos = Nationale Konföderation der Arbeiter im Wasser- und Luftverkehr, der Fischerei und den Häfen). Er verantwortet außerdem den Aufbau eines Studien- und Bildungsprojektes für Arbeiter und Gewerkschaften an der Universität des Bundesstaates Rio de Janeiro (www.nucleas.uerj.br), das von drei Hafenarbeitergewerkschaften unterstützt wird (FNE, FENCCOVIB, FNP).

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Vom Texas-Klo bis zur Betriebsbesetzung

Gewinner waren wir nicht, aber wir haben gekämpft
von Filmwerkstatt Hamburger Metaller, Geschichtswerkstatt Bambek, mpz 2001-2003
Neubearbeitete Kurzfassung: Jürgen Kinter, mpz 2023 / 70 min

mpz-salon:
Donnerstag 20. April 2023, 19 Uhr im mpz

20 Jahre Metallerfilm – 50 Jahre mpz

Bei Vorführung und Diskussion sind von der Metallerfilmgruppe dabei: Holger Mahler (ehemals Betriebsratvorsitzender bei HDW, Rüdiger Tölg (Verdi), Jürgen Kinter (mpz und Geschichtswerkstatt Barmbek).

Der Film gibt einen Einblick in ein Stück Hamburger Geschichte, das in kaum einem Geschichtsbuch stehen wird, das aber das Leben vieler Menschen mit geprägt hat: der Kampf Hamburger Metaller*innen und ihrer Gewerkschaft um den Erhalt der Arbeitsplätze in der Metallindustrie.

Im Mittelpunkt stehen die Arbeitskämpfe der 1970er/80er Jahre gegen Betriebsstillegungen und Arbeitsplatzvernichtung im Maschinenbau und auf den Werften: bei Heidenreich & Harbeck, MAN und HDW.

Kollegen und Kolleginnen aus verschiedenen Hamburger Metallbetrieben berichten von ihren Erfahrungen in diesen Auseinandersetzungen. Sie erzählen über ihren Arbeitsalltag, über  Arbeitsbedingungen, gesundheitliche Belastungen, Arbeitslosigkeit und vermitteln so auch ein Stück Lebensgeschichte.

Der Rückblick auf die bewegten Zeiten der 1970er/80er Jahre wird konfrontiert mit der Situation und den Ansätzen betrieblicher Gegenwehr Anfang der 2000er Jahre auf den Werften und bei Airbus.

Eintritt: bitte Spende

Film von 2003 hier zu bestellen

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