mpz-salon: Homo communis – wir für alle

Dienstag 3. November 2016, 19 Uhr im mpz:

Homo communis – wir für alle
Dokumentarfilmvon Carmen Eckhardt / 97 min

Zu Gast: Carmen Eckhardt

In welcher Welt wollen wir leben?
„Homo communis – wir für alle“ begleitet Menschen, die den Mut haben, sich gemeinsam für einen Systemwandel einzusetzen – ziviler Ungehorsam nicht ausgeschlossen.

Sie leben und verwirklichen ihre Vision von Kooperation und Solidarität. Sie erproben neue Kommunikationsformen und Produktionsweisen, weg von Hyper-Konsum, Hyper-Individualismus und Umweltzerstörung, jenseits von Markt und Staat:– eine Mega-Kooperative in Venezuela, Solidarische Landwirtschaft, ein Denk Netz, Geburtsvorbereitung und Sterbebegleitung, tatkräftiger Protest im Braunkohlerevier Rheinland, eine Utopiastadt im urbanen Raum, Unternehmerinnen, die anders und ethisch ticken, Aktivistinnen, die niemals aufgeben, Orte, an denen sich Menschen zusammentun gegen den Ausverkauf ihrer persönlichen Lebensbereiche – das sind die kraftvollen und vielschichtigen Geschichten, die wir erzählen.
Gemeinschaftlichkeit ist dabei immer die große Herausforderung und Voraussetzung, individuelle Freiheit und Bedürfnisse müssen mit den Erfordernissen der Gemeinschaft ausbalanciert werden.
„Homo communis – wir für alle“ zeigt, was möglich ist, wenn WIR es einfach tun.

Eintritt frei – Spende erwünscht

Informationen zu unseren Veranstaltungen: Wir informieren und laden gerne zu unseren aktuellen mpz-Veranstaltungen per eMail ein. Wer in den eMail-Verteiler will, sende bitte eine entsprechende eMail an uns: info@mpz-hamburg.de

Das mpz unterstützen: Das mpz – Medienpädagogik Zentrum Hamburg e.V. ist ein selbstorganisiertes unabhängiges alternatives Medienzentrum seit 1973. Im mpz werden u. a. Videofilme produziert, archiviert, diskutiert, verliehen und nun auch verkauft. Wir finanzieren uns fast ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Darum sind Spenden dringend erwünscht: Unser Konto: mpz hamburg eV, Konto: IBAN DE15 4306 0967 2068 5756 · BIC GENODEM1GLS Am meisten freuen wir uns über regelmäßige Förderbeiträge auch kleiner Summen. Ab einem Beitrag von 9,50 Euro/Monat bedanken wir uns mit der kostenlosen privaten Nutzung unseres Archivs

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Filmpremiere: ‚Christa Seger – Frauenpower in Kirche und Gesellschaft‘

Filmpremiere
Donnerstag, 22.10.2026, 19 Uhr:
im Industriemuseum Elmshorn
Catharinenstraße 1, 25335 Elmshorn

Mit Christa Seger und Filmemacher*innen: Ulrike Gay, Stefan Corinth, Bärbel Böhnke

Mut und Beharrlichkeit prägen das Leben von Christa Seger seit ihrer Kindheit, als sie nach dem Feuersturm in Hamburg hartnäckig ihre Mutter überzeugte, nicht nach Bromberg, im heutigen Polen sondern nach Norden in Ostfriesland umzusiedeln, wo sie dann ihre Kindheit verbrachte. Diese Erfahrung, “dass man etwas bewegen kann und wenn man noch so klein ist“, prägt ihr ganzes Leben.
Über Jahrzehnte setzt sich die engagierte Christin für die Rechte von Frauen in Kirche und Gesellschaft ein. “Kirchliches und gesellschaftspolitisches Engagement gehörten für mich schon immer zusammen”.
Sie richtet mit anderen Müttern eine Kinderstube im Gemeindehaus von St. Nikolai ein, engagiert sich ehrenamtlich in kirchlichen Gremien, auch im Kirchenvorstand.
Immer offen für Neues schärft sie in Fortbildungen ihren frauenspezifischen Blick. 1989 wird sie hauptamtliche Leiterin des Frauenwerks im Kirchenkreis Rantzau. Ihr Motto: „Als Frau Kirche und Bibel neu entdecken.“ Ihr Engagement bleibt nicht auf die Kirche beschränkt: in der Schule ihrer Kinder gibt sie Kurse in der Nachmittagsbetreuung, arbeitet mit in anderen Frauenorganisationen in Elmshorn, im Freundinnenkreis für Geflüchtete, im Frauennetzwerk und auch über 27 Jahre in der Frauengeschichtswerkstatt im Industriemuseum Elmshorn.
Auch nach Ende ihrer Berufstätigkeit ist sie weiterhin aktiv und gründet 2003 den Förderverein contra e.V. gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution mit, dessen Vorstandsvorsitzende sie wird. “Vom Thema Frauenhandel habe ich 1995 zum ersten Mal über die kirchliche Frauenarbeit erfahren – und es hat mich nicht mehr losgelassen“, erzählt Christa Seger.  2008 erhält die 69jährige Christa Seger die Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution.
Sie scheute sich nie, den Mund aufzumachen und für ihre Überzeugungen und Gerechtigkeit einzutreten, auch wenn es unbequem war. Aufgegeben hat sie nie.

Eine filmische Biografie in der Reihe „Bewegtes Frauenleben“ der Frauengeschichtswerkstatt Elmshorn
Ein Film von mpz Hamburg e.V. und Frauengeschichtswerkstatt Elmshorn, mit Unterstützung des Fördervereins des Industriemuseums Elmshorn.
Ulrike Gay, Stefan Corinth, Bärbel Böhnke 2026, 65 min,

Eintritt frei

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mpz auf dem Land: ‚Utbüxen kann keeneen‘

‚Weglaufen kann Keiner‘
Sonntag 18.Oktober 2026, 19 Uhr:
von Gisela Tuchtenhagen +
Margot Neubert-Maric 2015 / Plattdeutsch mit hochdeutschen Untertiteln / 90′

im KiebitzHuus – Schulstraße 65 – 25368 Kiebitzreihe

Zu Gast: Filmemacherinnen Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Maric

Geburt und Tod sind Bestandteil unseres Lebens, seit es Menschen gibt.
Doch wie gehen wir damit um. Früher wurde ein Toter für mehrere Tage im Wohnzimmer aufgebahrt und von der ganzen Familie geehrt, sodass sich selbst Kinder auf eine natürliche Art und Weise mit dem verstorbenen Menschen auseinandersetzen konnten. Heute dagegen ist die Berührungsangst mit dem Tod sehr verbreitet und die Toten werden überwiegend aus unserer Gesellschaft ausgeklammert.

Der Film „Utbüxen kann keeneen – Weglaufen kann keiner“ ist ein berührender und beruhigender Dokumentarfilm, der uns nicht nur den Alltag von norddeutschen Bestattern und Sargtischlern näher bringt, sondern uns auch unsere negative Sichtweise auf den Tod hinterfragen lässt.
Es geht es um Sitten und Gebräuche im Umgang mit dem Tod und den Toten, altes Handwerk, den Wandel in der Trauerkultur, die norddeutsche Landschaft und vor allem um die Menschen, ihr Leben und ihre Sprache

Sie leben in Lunden, Tönning, auf Hallig Hooge und Hallig Langeness, in Nortmoor und in Woosmer, in den drei plattdeutschsprachigen Bundesländern: Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Plattdeutsch ist ihre Muttersprache.

Zitat Anni Both, Hebamme und Totenfrau: „Ik häff se op de Welt holt, un ik häf se ok bistohn, wenn se de Welt verlooten dähn. Un dat wär ok schöön.“

Eintritt frei – Spende erwünscht

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Filmpremiere: ‚Holger Mahler – Ein Leben gegen den Strom‘

von Jürgen Kinter (mpz) und Holger Mahler / Hamburg 2026 / 78 min

Donnerstag 15. Oktober 2026, 19 Uhr im mpz

Zu Gast: Holger Mahler + Jürgen Kinter

Der Film zeichnet über viele Jahre hinweg ein Stück Hamburger Arbeits- und Lebensgeschichte nach. Im Mittelpunkt steht dabei Holger Mahler, bekannt geworden durch die Auseinandersetzungen bei den Howaldtswerke Deutsche-Werft AG Hamburg (HDW).
Zahlreiche Filmausschnitte und Fotos geben einen Einblick in seine Aktivitäten, machen seine vielfältigen Erlebnisse und Erfahrungen anschaulich. In rückblickenden Gesprächen lässt Holger Mahler seine Erinnerungen aufleben:

1944 in der Kriegszeit im Eppendorfer Bunker geboren, aufgewachsen im Luruper Weg, im ehemaligen Arbeiterviertel Eimsbüttel. Ab 1960 Lehre und Berufstätigkeit als Maschinenschlosser bei HDW. Dort aktiv als Betriebsrat, Vertrauensmann und Betriebsratsvorsitzender. 1981 Ausschluss aus der IG-Metall wegen Gründung der alternativen Liste „Aktive Metaller“.
Nach dem Ende der Howaldtswerke und Schließung der Werft: Unterstützung der HDW-Arbeitsloseninitiative, Berufstätigkeit beim Verein Ökologische Technik, ab 1996 Geschäftsführer beim Verein für Traditionsschiffe zu Hamburg (VTH).
Nach dem beruflichen Ende 2006 engagiert sich Holger Mahler im „Unruhestand“ ehrenamtlich beim Hafenmuseum Hamburg und gewerkschaftspolitisch bei ver.di, bis heute. Auch hier nicht ohne anzuecken.

In dem vielschichtigen biographischen Portrait mit aktuellen Zeitbezügen kommen alltägliche Geschichten ebenso zur Sprache und ins Bild wie herausragende Ereignisse und persönliche Schicksale und Enttäuschungen in seinem Leben.
Ein reiches Leben, mit und gegen den Strom und Zeitgeist, das Mut macht und zu Diskussionen anregen soll.

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mpz-salon: ‚Freistaat Mittelpunkt‘

Mittwoch 23.September 2026, 19 Uhr im mpz:

‚Freistaat Mittelpunkt –
Das Leben von Ernst Otto Karl Grassmé ‚
von Kai Ehlers, 79 min, 2019,

Zu Gast: Filmemacher Kai Ehlers

Als psychisch Kranker wurde Ernst Otto Karl Grassmé im Nationalsozialismus interniert und zwangssterilisiert. 1939 entlassen entkam er gerade noch dem Euthanasieprogramm. Nach diesen Erfahrungen lebte er als Einsiedler in der Nähe Elmshorns, auf einem Moorgrundstück bei Dauenhof, wo er 1991 starb.

Der Film zeichnet anhand bewegenden Bildern und Briefen die Lebensgeschichte von Ernst Otto Karl Grassmé und seiner Frau Berta, die zeitweilig mit ihm im Moor lebte, nach.

Seine Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Rassenideologie setzen sich nach dem Krieg fort. 1950 wird seine Schadensersatzforderung für seine Zwangssterilisierung als ‚Erbgesundheitssache’, ein Begriff aus dem Nationalsozialismus, eingestuft. Erst kurz vor seinem Tod wird ihm eine Rente von 100 Mark bewilligt. Eine Entschuldigung hat er nie erhalten.

Eintritt frei – Spende erwünscht

Zu dem Film und der Geschichte von Ernst Otto Grassmé gibt es ein vielfältiges Archiv: https://archiv.freistaat-mittelpunkt.de/film

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